Das Modell

 

Das psychographische Modell...

Hatten Sie nicht auch schon einmal das Gefühl, dass sich zwei Menschen aus ihrem Bekanntenkreis „irgendwie ähneln“ ohne sich tatsächlich optisch ähnlich zu sein?
Jeder Mensch besitzt Vorlieben und (Ab)Neigungen. Wir bevorzugen manche Dinge, Personen, Vorstellungen und vernachlässigen andere.  Genau an dieser Stelle setzt das psychographische Persönlichkeitsmodell an. Es wurde von Dr. Dietmar Friedmann formuliert, von einem seiner Schüler – Werner Winkler – weiterentwickelt und geht davon aus, dass jeder Mensch bestimmte Lebensbereiche bevorzugt und andere dagegen vernachlässigt. Durch diese Bevorzugungen und Vernachlässigungen entstehen wiederkehrende Verhaltensmuster. 

Psychographiemodell

Das psychographische Modell macht die Bevorzugungen eines Menschen und damit seine Stärken deutlich. Gleichzeitig werden die Vernachlässigungen nicht als Schwächen sondern als Ressourcen gesehen. Sind uns diese Vernachlässigungen / Ressourcen eines Menschen bewusst, können wir ihn wesentlich effektiver fördern und ihm adäquater begegnen. Besonders im Beratungsprozess, der Mitarbeiterführung sowie dem Umgang mit Kindern und Jugendlichen kommt dem eine tragenden Bedeutung zu.

Durch den Aspekt der Entwicklung vom bevorzugten Bereich hin zur Ressource, die jeder Mensch bereits unbewusst beginnt, bleibt das Modell dabei dynamisch. 
Aus dem psychographischen Modell lassen sich je nach bevorzugter Grundebene (s. Abb.) drei Grundtypen mit grundsätzlich unterschiedlicher Persönlichkeitsstruktur ableiten:

 


Beziehungstyp:
Bevorzugter Lebensbereich: Beziehung
Grundhaltung eher „Ja“, kreativ, spontan, positive Weltsicht, kontaktfreudig, aufgeschlossen, begeisterungsfähig, freundlich.

Zeit- / Sachtyp:
Bevorzugter Lebensbereich: Zeit / Existenz
Grundhaltung eher „Vielleicht“, geschickt im Umgang mit Zeit / Geld, strahlen Ruhe aus, vorsichtig, umsichtig, verständnisvoll, meist große Detailkenntis in einem speziellen Bereich.

Handlungstyp:
Bevorzugter Lebensbereich: Tätigkeit
Grundhaltung eher „Nein“, aktiv, gutes Durchsetzungsvermögen, ordnungsliebend, meist stark ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, zuverlässig, verantwortungsbewußt.


Dabei gibt es keine reinen oder starren Typen. Jeder Mensch trägt alle Verhaltensmuster und Persönlichkeitsanteile in sich. Das Modell unterscheidet jedoch nach bevorzugten und vernachlässigten Verhaltensmuster (nicht nach Ausschließlichkeit!) und macht die Mischung deutlich.

Neben der Bevorzugung im Grundbereich (Grundtyp) zeigt jeder Mensch auch eine Gewichtung in den drei Unterbereichen (Untertyp).

Unterbereich Beziehung:
Du-Bezug Ich-Bezug - Wir-Bezug

Unterbereich Zeit:
gegenwartsorientiert - vergangenheitsorientiert - zukunftsorientiert

Unterbereich Tätigkeit:
Fühler - Denker - Macher

Das psychographische Persönlichkeitsmodell jedes Menschen setzt sich also zusammen aus einem Grundtyp und drei Untertypen. Das sieht beispielsweise so aus: 
Beziehungstyp    Du-bezogenzukunftsorientiert - Denker  
Sachtyp              Ich-bezogen - gegenwartsorientiert - Macher
Handlungstyp     Wir-bezogen - vergangenheitsorientiert - Denker

In insgesamt 12 Bereichen bildet das Modell (s. Abb.) die individuellen Bevorzugungen und (in Pfeilrichtung) die entsprechenden Vernachlässigungen / Ressourcen eines Menschen ab. Durch die drei Triaden der Unterbereiche fächern sich die Typvariationen also weiter auf, so dass das psychographische Modell insgesamt 81 unterschiedlichen „Typen“ (3x3x3x3) umfasst.


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